Erbschein

Ausweis für legitime Erben

Das deutsche Erbrecht ist komplex. Wann Sie einen Erbschein benötigen und wo Sie diesen beantragen können, lesen Sie hier.

Wann ist ein Erbschein erforderlich?

Der Erbschein dient als Ausweis – zum Beispiel gegenüber Banken, Versicherungen oder dem Grundbuchamt. Er ermöglicht dem Erben, über das geerbte Vermögen zu verfügen. Als Erbe benötigen Sie den Erbschein dann, wenn der Erblasser kein notarielles Testament oder keinen Erbvertrag hinterlassen hat. Wer eine Kontovollmacht des Erblassers erhalten hat, muss bei der Bank keinen Erbschein vorlegen.

Wo kann der Erbschein beantragt werden?

Der Erbe muss den Erbschein beim Nachlassgericht beantragen. Zuständig ist in der Regel das Amtsgericht, das dem letzten Wohnsitz des Verstorbenen am nächsten liegt. Der Erbschein kann aber auch durch einen Notar angefordert werden. Wenn der Erblasser im Ausland verstorben ist, muss der Erbschein beim Nachlassgericht des Amtsgerichts in Berlin-Schöneberg beantragt werden. Grundsätzlich wird der Erbschein nur ausgestellt, wenn der Antragsteller das Erbe annimmt.

So beantragen Sie den Erbschein

Um den Antrag für einen Erbschein stellen zu können, sollten Sie alle wichtigen Unterlagen dabeihaben. Zur Beantragung benötigen Sie in der Regel

  • Ihren Ausweis oder Reisepass,
  • die Sterbeurkunde,
  • das Familienstammbuch zur Dokumentation der Verwandtschaft,
  • Informationen dazu, ob es einen Prozess zu Ihrem Erbrecht gibt,
  • Namen und Anschriften der Miterben sowie der lebenden oder verstorbenen Verwandten des Erblassers – auch wenn sie von der Erbfolge ausgeschlossen sind,
  • Testamente oder Erbverträge (falls vorhanden),
  • den Güterstand (bei Eheleuten) oder den Vermögensstand (bei eingetragenen Lebenspartnerschaften).
     

Unterschiedliche Arten von Erbscheinen

Je nach Anzahl der Erben stellt das Nachlassgericht verschiedene Erbscheine aus. Bei mehr als einem Erben gibt es einen gemeinschaftlichen Erbschein, in dem die jeweiligen Anteile angegeben werden. Jeder Erbe kann aber auch einen Teilerbschein beantragen. Wenn das Nachlassgericht feststellt, dass ein Erbschein unrechtmäßig ausgestellt wurde, erklärt es diesen Schein für ungültig und zieht ihn ein.

Was kostet ein Erbschein?

Für die Kosten des Erbscheins ist die Höhe des Erbes nach Abzug der Schulden ausschlaggebend. Die genauen Gebühren werden nach einer bestimmten Verordnung berechnet. Auskunft dazu geben die Amtsgerichte. Zusätzlich zur Gebühr für die Erteilung eines Erbscheins fallen Kosten für eidesstattliche Erklärungen und Notargebühren (zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer) an.