Testament

Den Nachlass nach eigenen Wünschen regeln

Ein Testament bietet die Möglichkeit, die Übertragung des Vermögens als Ganzes rechtskräftig festzulegen. Für die Gestaltung, Aufbewahrung und Vollstreckung gibt es verschiedene Optionen.

Testament errichten

Verstirbt eine Person, die kein Testament verfasst hat, so greift die gesetzliche Erbfolge. Findet sich kein Erbe, erbt der Staat. Mit einem Testament können Sie Ihr Vermögen nach Ihren Vorstellungen aufteilen. Sie können zum Beispiel nicht eheliche Lebenspartner, Freunde oder gemeinnützige Organisationen als Erben einsetzen oder auch mit einem Vermächtnis begünstigen. Hierbei erhält ein Erbe das Vermögen des Erblassers als Ganzes – einschließlich aller zu Lebzeiten und auf den Todesfall eingegangenen Verpflichtungen. Ein Vermächtnisnehmer ist hingegen allein hinsichtlich des ihm konkret zugesagten Vermögensgegenstandes berechtigt und auch von sonstigen Belastungen nicht betroffen. Ein Erblasser darf sein Testament jederzeit ändern oder widerrufen, solange er testierfähig ist – also im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte.

Welche Testamentsformen gibt es?

  • Eigenhändig verfasste Testamente müssen vollständig handschriftlich verfasst und auf jeder Seite unterschrieben werden, damit sie gültig sind.
  • Ein notarielles Testament (auch "öffentliches Testament" genannt) wird zusammen mit dem Notar aufgesetzt. 
  • Ehe- oder eingetragene Lebenspartner können ein gemeinschaftliches Testament – eigenhändig oder öffentlich – verfassen. Änderungen eines solchen Testaments sind nur gemeinschaftlich möglich. 
  • Als "Berliner Testamente" werden gemeinschaftliche Testamente bezeichnet, in der sich die Eheleute oder eingetragenen Lebenspartner gegenseitig als Alleinerben einsetzen und außerdem gemeinsame Schlusserben bestimmen.
  • Nottestamente sind außerordentliche Verfügungen, die als mündliche Erklärungen vor drei Zeugen geleistet werden. Diese Testamentsform ist allerdings nur dann durchführbar, wenn der Erblasser nicht mehr die Möglichkeit hat, einen Notar aufzusuchen. Ein Nottestament verliert drei Monate nach Erstellung seine Gültigkeit, wenn der in Not geratene Mensch noch lebt.

 

Aufbewahrung des Testaments

Es ist nicht sinnvoll, Testamente zu verstecken. Damit das Nachlassgericht ein Testament eröffnen kann, muss es gefunden werden. Notarielle Testamente werden amtlich verwahrt. Auch Testamente, die privat verfasst werden, können in die Obhut des Amtsgerichts gegeben werden. Dazu wird ein Hinterlegungsschein für den Verfasser ausgestellt. Eine solche öffentliche Aufbewahrung bietet den Vorteil, dass Erben – oder vom Erbe ausgeschlossene Personen – keine Möglichkeit haben, das Testament zu fälschen oder verschwinden zu lassen.

Testamentsvollstreckung

Eine Testamentsvollstreckung hat das Ziel, die Interessen des Erblassers nach seinem Tod durchzusetzen und Konflikte zu vermeiden. Der Testamentsvollstrecker nimmt zunächst das Erbe in Besitz und erstellt ein Nachlassverzeichnis. Den direkten Zugriff der Erben auf das Vermögen eines Erblassers zu verhindern, kann zum Beispiel dann ratsam sein, wenn die Erben minderjährig sind, hohe Schulden haben oder im Ausland leben. Wie lange die Testamentsvollstreckung dauern soll, bestimmt der Erblasser in seinem Testament.

Pflichtteil im Erbrecht

Die Testierfreiheit des Erblassers wird durch den Pflichtteil eingeschränkt. Dieser sichert leiblichen und adoptierten Kindern sowie Ehe- oder eingetragenen Lebenspartnern eine Mindestbeteiligung am Erbe. In bestimmten Fällen können auch Enkel oder Eltern einen Pflichtteil geltend machen. Für Geschwister gilt er nicht. Der Pflichtteil entspricht der Hälfte des gesetzlichen Erbes. Er wird immer in Geld ausbezahlt. Der Erbe kann den Pflichtteil nicht durch Sachwerte aus dem Nachlass begleichen – der Pflichtteilsberechtigte nichts anderes als Geld fordern.