Freistellungsaufträge prüfen

Was Sie über Freistellungsaufträge wissen sollten

16. Dezember 2019

Guthabenzinsen bis zu einem bestimmten Freibetrag sind steuerfrei. Weil ein Freistellungsauftrag ab dem 1. Januar für das gesamte Kalenderjahr gilt, sollten Sie ihn zum Jahresende prüfen. Was Sie dabei berücksichtigen müssen, erfahren Sie hier.

Achten Sie auf den Sparerpauschbetrag

Mit einem Freistellungsauftrag sichern Sie sich die Auszahlung von Kapitalerträgen wie Zinsen und Dividenden sowie die Ausschüttungen von Fonds und Aktienverkäufen, ohne dass die Abgeltungssteuer abgezogen  wird. Dabei dürfen die Kapitalerträge allerdings den Sparerpauschbetrag – auch Sparerfreibetrag genannt – nicht übersteigen. Dieser beträgt für Alleinstehende 801 Euro und für Ehepaare 1.602 Euro. Wichtig: Solange Sie keinen Freistellungsauftrag bei Ihrem Kreditinstitut gestellt haben, führt dieses automatisch 25 Prozent Abgeltungssteuer – zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer – an das Finanzamt ab. Das gilt auch dann, wenn Sie die Grenze für den Pauschbetrag nicht überschreiten.

Überblick über Freistellungsaufträge behalten

In der Regel können Sie pro Finanzinstitut einen Freistellungsauftrag für alle dort geführten Konten einreichen. Da sich Freistellungsaufträge aber auch auf mehrere Banken aufteilen lassen, ist es wichtig, den Überblick zu behalten. Sonst könnten Sie den Sparerpauschbetrag überschreiten. Ein Steuerabzug wäre die Folge. Teilen Sie Ihre Freistellungsaufträge sinnvoll auf. Da wo Sie die meisten Zinsen erwarten, sollten Sie den Großteil des Freibetrags zuordnen.

Freistellungsauftrag einreichen und ändern

Einen Freistellungsauftrag auf Kapitalerträge reichen Sie unterschrieben und mit Angabe Ihrer Steueridentifikationsnummer bei Ihrem Kreditinstitut ein. Er gilt immer ab dem 1. Januar und zwar für das Jahr, in dem er eingereicht wurde. Haben Sie einen unbefristeten Auftrag erteilt? Dann sollten Sie künftige Entwicklungen wie Einkommensänderungen im Blick behalten. Den Auftrag können Sie nur zum 31. Dezember kündigen. Ein bestehender Freistellungsauftrag lässt sich jederzeit ändern. Dazu erteilen Sie einen neuen Auftrag, der mindestens über der Höhe des aktuell ausgeschöpften Freistellungsbetrags liegen muss.

Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung durch einen Steuerberater, Steuerbevollmächtigten, Rechtsanwalt (insbesondere Fachanwalt für Steuerrecht), Ihren Versicherer, einen Berater bei Ihrer Bank oder durch die für diese Themen zuständigen Ämter nicht ersetzen.

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