Abgabefrist für die Steuererklärung 2019

Welche Termine und Pflichten Sie als Arbeitnehmer beachten sollten

29. April 2020

Ab der Steuererklärung für das Jahr 2018 gilt eine neue Abgabefrist. Sie müssen Ihre Formulare nun bis zum 31. Juli des Folgejahres beim Finanzamt einreichen – vorher war es der 31. Mai. Wenn Sie einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein hinzuziehen, dann verlängert sich die Frist vom 31. Dezember bis zum letzten Februartag des Folgejahres.

Mögliche Fristverlängerungen

Wenn Sie zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind und diese selbst erstellen, müssen Ihre Unterlagen bis zum 31. Juli beim Finanzamt eintreffen. In Ausnahmefällen, zum Beispiel bei Krankheit oder beruflichem Auslandsaufenthalt, ist eine Fristverlängerung auf Antrag möglich. Diese Verlängerung müssen Sie – schriftlich begründet – beim Finanzamt beantragen. Sie müssen die Steuererklärung bis spätestens ein Jahr nach Fristende einreichen. Sollten Sie einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein mit Ihrer Steuererklärung beauftragt haben, verlängert sich die Abgabefrist automatisch bis zum 28./29. Februar des übernächsten Jahres.

Wer ist zur Abgabe verpflichtet?

Sie sind als Arbeitnehmer in folgenden Fällen zur jährlichen Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet:

  • Sie und Ihr Ehe- oder Lebenspartner bezogen Arbeitslohn und einer von Ihnen wurde nach Steuerklasse IV, V oder VI mit Faktor besteuert.
  • Sie erzielten über Ihren Arbeitslohn hinaus Einkünfte, die mehr als 410 Euro im Jahr betrugen und von denen keine Lohnsteuer einbehalten wurde.
  • Sie bezogen steuerfreie Lohnersatzleistungen wie Krankengeld oder Arbeitslosengeld I, die über 410 Euro im Jahr betrugen.
  • Sie erhielten von mehreren Arbeitgebern gleichzeitig Lohn.
  • Das Finanzamt ermittelte einen Freibetrag – zum Beispiel Kinderbetreuungskosten – und Ihr Arbeitslohn betrug mehr als 11.000 Euro (bei Alleinstehenden) beziehungsweise 20.900 Euro (bei Ehepaaren) im Jahr.
  • Sie wurden geschieden und haben im selben Jahr wieder geheiratet.
  • Das Finanzamt fordert Sie zur Abgabe einer Steuererklärung auf.
 
 

Freiwillige Abgabe einer Steuererklärung

Auch wenn Sie nicht dazu verpflichtet sind, eine Steuererklärung einzureichen, lohnt sich eine Abgabe in vielen Fällen. Sie können mit einer Steuerrückerstattung rechnen, wenn

  • Sie Sonderausgaben oder Werbungskosten haben,
  • Sie Geringverdiener sind und nebenbei eine zweite Berufsausbildung absolvieren,
  • Ihr jährliches Einkommen variiert,
  • Sie im Laufe des Jahres Ihre Steuerklasse gewechselt haben,
  • innerhalb eines Kalenderjahres Ihr Arbeitsverhältnis unterbrochen war,
  • Sie Steuerermäßigungen für sogenannte haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse wie Malerarbeiten geltend machen möchten.

Die freiwillige Steuererklärung, die im Steuerrecht Antragsveranlagung genannt wird, können Sie rückwirkend für bis zu vier Jahre einreichen. Die Abgabefrist dafür endet am 31. Dezember. Zum Beispiel endet die Frist für die freiwillige Einkommensteuererklärung für das Jahr 2016 am 31. Dezember 2020.

Steuererklärung anfertigen: elektronisch oder handschriftlich

Sie können Ihre Steuererklärung elektronisch mit dem amtlichen, kostenfreien Steuererklärungsprogramm Elster-Formular oder mit einem anderen, kostenpflichtigen Programm erstellen. Als Alternative steht Ihnen das Formular-Management-System der Bundesfinanzverwaltung zur Verfügung. Dort können Sie eine Vielzahl interaktiver Formulare herunterladen. Diese füllen Sie entweder direkt am Computer aus oder Sie drucken die Formulare und machen die Angaben per Hand. Im Anschluss lassen Sie die Dokumente dem Finanzamt zukommen. Wenn Sie Ihre Steuererklärung in papierloser Form abgeben möchten, können Sie dies mithilfe des Elster-Online-Portals erledigen. Sie können dann auch eine vorausgefüllte Steuererklärung nutzen: Ans Finanzamt gemeldete Daten lassen sich digital in Ihre Steuererklärung übernehmen. Dabei sind Ihre Daten durch die elektronische Authentifikation geschützt.

Wenn die Steuererklärung nicht fristgerecht eingereicht wird

Sollten Sie zur Einreichung einer Steuererklärung verpflichtet sein und Ihre Steuererklärung nicht fristgerecht einreichen, können sich folgende Konsequenzen ergeben:

  • Wenn Ihr Steuerberater bzw. Lohnsteuerhilfeverein erst nach Ende Februar des Folgejahres die Steuererklärung einreicht, werden Verspätungszuschläge fällig: für jeden angefangenen Monat 0,25 Prozent des Nachzahlungsbetrages, aber mindestens 25 Euro pro Monat.
  • Wenn Sie selbst erst nach dem 31. Juli einreichen, entscheidet für den Zeitraum 1. August bis Ende Februar des Folgejahres der Sachbearbeiter über einen möglichen Verspätungszuschlag. Für die verspätete Abgabe nach Ende Februar des Folgejahres müssen Sie mit den oben genannten Folgen rechnen, die sich bei verspäteter Abgabe durch Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein ergeben.

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Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung durch einen Steuerberater, Steuerbevollmächtigten, Rechtsanwalt (insbesondere Fachanwalt für Steuerrecht), Wirtschaftsprüfer oder einen Lohnsteuerhilfeverein nicht ersetzen.