Was ist der Sparerpauschbetrag?

So können Sie bei Geldanlagen Steuern sparen

Sie müssen keine Abgeltungssteuer auf Ihre Kapitalerträge zahlen, wenn deren Höhe nicht den Sparerpauschbetrag überschreitet. Wie sich der Sparerpauschbetrag genau definiert und wie Sie Ihrer Bank einen Freistellungsauftrag erteilen können, erfahren Sie hier.

Sparerpauschbetrag: Definition

Seit 2009 müssen Privatanleger 25 Prozent Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge zahlen. Hinzu kommen der Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Der Sparerpauschbetrag – früher Sparerfreibetrag genannt – ist ein Freibetrag bei der Einkommensteuer. Er sorgt dafür, dass Ihre Kapitaleinkünfte steuerfrei bleiben, wenn sie einen bestimmten Betrag nicht überschreiten. Für Alleinstehende liegt dieser Betrag bei 801 Euro, für Ehepaare verdoppelt sich die Summe auf 1.602 Euro. Der Sparerpauschbetrag ist im Einkommensteuergesetz (EstG) geregelt und gilt für alle Einkünfte aus Kapitalvermögen – zum Beispiel Veräußerungsgewinne aus Aktien und anderen Wertpapieren, Zinsen sowie Dividenden.

Freistellungsauftrag bei der Bank einreichen

Sie können Ihrer Bank einen Freistellungsauftrag erteilen, damit sie direkt den Sparerpauschbetrag bei der Abgeltungssteuer berücksichtigt. Seit 2016 benötigen Sie zur Erteilung eines Freistellungsauftrags für Kapitalerträge Ihre Steueridentifikationsnummer, kurz Steuer-ID. Wenn Sie Geldanlagen bei verschiedenen Kreditinstituten haben, können Sie den Freibetrag auch aufteilen. Dafür müssen Sie als Anleger bei jeder Bank einen Freistellungsauftrag einreichen. Wichtig: Die Summe aller Aufträge darf nicht über den 801 Euro für Alleinstehende beziehungsweise 1.602 Euro für Ehegatten liegen. Weitere Informationen dazu erhalten Sie bei Ihrer Volksbank Raiffeisenbank vor Ort.

Sparerpauschbetrag in der Steuererklärung

Wenn Steuerpflichtige keinen Freistellungsauftrag erteilen, behält das Kreditinstitut den Steuersatz von 25 Prozent für die Abgeltungssteuer ein und führt ihn an das Finanzamt ab. Sie können den Freibetrag aber nachträglich in Ihrer Steuererklärung geltend machen. Dafür müssen Sie die Anlage KAP in Ihrer Steuererklärung ausfüllen und Angaben zum Sparerpauschbetrag machen.

Wann ist eine Nichtveranlagungsbescheinigung sinnvoll?

Mit einer Nichtveranlagungsbescheinigung, kurz NV-Bescheinigung, erhalten Sparer ihre Zins- und Dividendenzahlungen ohne Abzug der Abgeltungssteuer – auch wenn der Sparerpauschbetrag überschritten wird. Auf die Nichtveranlagungsbescheinigung haben Sie Anspruch, wenn Ihre gesamten Einkünfte unter dem Grundfreibetrag liegen. Das gilt für Personen mit niedrigem Einkommen wie Rentner oder Studenten. Einen Antrag auf die Bescheinigung können Sie beim zuständigen Finanzamt stellen.

Bei Fragen zum Thema "Geld anlegen" hilft Ihnen ein Mitarbeiter Ihrer Volksbank Raiffeisenbank vor Ort gerne weiter.

Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung durch einen Steuerberater, Steuerbevollmächtigten, Lohnsteuerhilfeverein, Berater bei Ihrer Bank oder durch die für diese Themen zuständigen Ämter nicht ersetzen.