Einspruch gegen den Steuerbescheid einlegen

Das können Sie gegen einen falschen Steuerbescheid tun

26. Mai 2020

Wenn Sie Ihren Steuerbescheid erhalten, sollten Sie genau prüfen, ob das Finanzamt alle von Ihnen genannten Aufwendungen anerkannt hat. Ist der Bescheid fehlerhaft, müssen Steuerzahler dies nicht hinnehmen. Wie Sie Einspruch gegen den Steuerbescheid einlegen und wie lange die Einspruchsfrist ist, erfahren Sie hier.

Steuerbescheid und Einspruchsfrist

Wie lange dauert es, bis der Steuerbescheid kommt? Die Bearbeitungsdauer variiert von Bundesland zu Bundesland. Im Durchschnitt müssen Sie acht Wochen darauf warten. Wenn Steuerzahler ihren Bescheid erhalten haben, sollten sie diesen unbedingt prüfen. Hat das Finanzamt alle Aufwendungen anerkannt, die Sie angegeben haben? Wenn dies nicht der Fall ist, sollten Sie schnell handeln. Denn die Einspruchsfrist beträgt nach Zustellung des Steuerbescheids einen Monat. Sie beginnt mit dem Tag des Poststempels auf dem Umschlag, in dem sich der Bescheid befindet, plus drei Tage. Nach der Einspruchsfrist gilt der Bescheid als rechtsgültig.

Einspruch einlegen: So gehen Sie vor

Wichtig ist, dass Sie schriftlich wiedersprechen – zum Beispiel per Post, Fax oder E-Mail. Geben Sie eine Begründung für Ihren Einspruch gegen den Steuerbescheid an sowie Ihren Namen, Ihre Anschrift und Ihre Steuernummer. Die Steuernummer wird Ihnen von Ihrem Finanzamt zugeteilt. Der Einspruch befreit Steuerzahler allerdings nicht davon, die Nachzahlungsforderung zu begleichen. Sie können der sofortigen Pflicht zur Nachzahlung aber entgehen, wenn Sie zusätzlich eine "Aussetzung der Vollziehung" (AdV) beantragen.

Einspruchsprüfung durch das Finanzamt

Das zuständige Finanzamt überprüft nach Erhalt des Einspruchs den gesamten Steuerbescheid und korrigiert ihn, wenn er fehlerhaft ist. Sollte das Finanzamt Ihren Einspruch mit einer Einspruchsentscheidung ablehnen, können Sie beim Finanzgericht Klage einreichen. Dies ist allerdings mit Kosten verbunden. Findet das Finanzamt bei der Prüfung des Steuerbescheids Fehler, die sich zum Nachteil des Steuerzahlers auswirken, kann das zu einer sogenannten Verböserung führen. In diesem Fall können Steuernachzahlungen auf Sie zukommen.

Mögliche Gründe für einen Einspruch

Es gibt verschiedene Gründe, warum Sie Einspruch gegen den Steuerbescheid einlegen können. Zum Beispiel weil

  • Sie Aufwendungen in der Steuererklärung nicht angegeben haben,
  • das Finanzamt Werbungskosten nicht anerkannt hat oder
  • Sonderausgaben nicht berücksichtigt wurden.

     

Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung durch Ihren Steuerberater, Steuerbevollmächtigten, Rechtsanwalt (insbesondere Fachanwalt für Steuerrecht) oder durch die für diese Themen zuständigen Ämter nicht ersetzen.

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