Rente versteuern

Steuerlast abhängig von verschiedenen Faktoren

Renten gelten als Alterseinkünfte und sind grundsätzlich steuerpflichtig. Ob Sie Ihre Rente versteuern müssen, hängt dabei von verschiedenen Faktoren wie dem Rentenfreibetrag ab.

Rentenfreibetrag

Der Rentenfreibetrag bestimmt den Teil der Rente, der nicht versteuert wird. Er mindert die Steuerlast von Rentnern. Wie hoch er ausfällt, ist abhängig vom Kalenderjahr des ersten Rentenbezugs. Der Freibetrag errechnet sich aus der Jahresbruttorente und bleibt über die gesamte Rentendauer unverändert. Für Rentenerhöhungen gibt es keine weitere Entlastung. Seit 2005 steigt der steuerpflichtige Anteil der gesetzlichen Rente stetig.

Besteuerungsanteil berechnen

Jedes Jahr sinkt der Prozentsatz für den Rentenfreibetrag um zwei Prozentpunkte – bis 2020. Danach verringert er sich jährlich um einen Prozentpunkt. Ab 2040 entfällt der Freibetrag für Neurentner komplett. Gehen Sie 2017 in Rente, sind 74 Prozent Ihrer Jahresbruttorente steuerpflichtig – 26 Prozent bleiben steuerfrei. Bei einer Höhe von 11.000 Euro jährlich beträgt der Steuerfreibetrag 2860 Euro.

Jahr des Rentenbeginns Besteuerungsanteil Prozentsatz für Rentenfreibetrag
2017 74 26
2018 76 24
2019 78 22
2020 80 20
2021 81 19
2022 82 18
2023 83 17
2024 84 16
2025 85 15
2026 86 14
2027 87 13
2028 88 12
2029 89 11
2030 90 10
2031 91 9
2032 92 8
2033 93 7
2034 94 6
2035 95 5
2036 96 4
2037 97 3
2038 98 2
2039 99 1
2040 100 0
Quelle: Deutsche Rentenversicherung

Nicht immer sind Steuern fällig

Zusätzlich zum Rentenfreibetrag zählt, wie für Arbeitnehmer, der steuerliche Grundfreibetrag – 8.820 Euro für das Jahr 2017. Sind der Renten- und der steuerliche Grundfreibetrag höher als die Jahresbruttorente, fallen keine Steuern an. Bei einer Jahresbruttorente von 11.000 Euro und einem Rentenfreibetrag von 2860 Euro muss der Rentner keine Steuern zahlen. Denn der Rentenfreibetrag von 2860 Euro und der steuerliche Grundfreibetrag liegen zusammen bei 11.680 Euro und damit über der Jahresbruttorente von 11.000 Euro. Da sich bei Rentenerhöhungen der Freibetrag nicht erhöht, fallen im Laufe des Rentenbezugs unter Umständen Steuern an.

Weitere Einkünfte

Auch wenn Ihre gesetzliche Rente allein betrachtet steuerfrei bleibt, führen zusätzliche Einnahmen gegebenenfalls dazu, dass dennoch Steuern anfallen. Hinzuverdienste aus Mieten, Betriebs- oder Privatrenten erhöhen Ihr Gesamteinkommen. Ob Sie Steuern für Ihre Einnahmen abführen müssen, ist abhängig von der Höhe und der Einkunftsart. Finanzämter, Steuerberater oder Lohnsteuerhilfevereine geben hierzu Auskünfte.

Steuerlast senken

Genau wie Arbeitnehmer haben Rentner die Möglichkeit, ihre Steuerlast zu senken. Sie können zum Beispiel Vorsorgeaufwendungen für Kranken- und Pflegeversicherung sowie für Haftpflicht- und Unfallversicherung steuerlich geltend machen. Spenden sowie Kosten für Medikamente und Ärzte wirken sich entlastend aus. Das gilt ebenso für Werbungskosten, die jedoch deutlich niedriger ausfallen als bei Arbeitnehmern.