Trinkgeld im Urlaub

Dieser Betrag ist angemessen

21. Juni 2021

In Deutschland ist das Thema zwar weniger bedeutend als beispielsweise in den USA. Aber auch hierzulande wird ein Trinkgeld für guten Service gern gesehen. Fünf bis zehn Prozent des Rechnungsbetrags gelten dabei als angemessen. Doch wie sieht es mit dem Trinkgeld im Urlaub aus?

Höhe des Trinkgelds unterscheidet sich von Land zu Land

Grundsätzlich ist Trinkgeld keine Verpflichtung, sondern drückt aus, dass Sie mit einer erbrachten Leistung, z. B. einem Restaurantbesuch, dem Zimmerservice oder einer Fahrt im Taxi, zufrieden sind. Je nachdem, in welchem Land Sie Urlaub machen, gehört die Zahlung jedoch zum guten Ton. So kann es ein Fauxpas sein, kein Trinkgeld zu zahlen. In anderen Ländern hingegen wird Trinkgeld als Beleidigung empfunden. Auch wenn die Höhe des Trinkgeldes grundsätzlich im eigenen Ermessen liegt, gibt es in den meisten Ländern Richtwerte. Recherchieren Sie daher am besten vor Ihrer Reise die Gepflogenheiten im Zielland. Reisen Sie in Länder außerhalb der Euro-Zone, ist es auch hilfreich, sich vorher schon die passende Währung zu bestellen. So kommen Sie in Ländern, wo Trinkgeld üblich ist, bei der Taxifahrt vom Flughafen oder dem ersten Kaffee nicht in Verlegenheit. Denn Trinkgeld wird in aller Regel bar bezahlt.

Was die Höhe des Trinkgeldes angeht, gelten in nordeuropäischen Ländern die Menschen in dieser Hinsicht als eher zurückhaltend, in Richtung Süden erwarten Servicekräfte meist einen höheren Betrag. Als Faustregel gilt: 10 bis 15 Prozent des Rechnungsbetrags sind als Trinkgeld angemessen. Wenn Sie die Rechnung mit Kreditkarte begleichen, können Sie das Trinkgeld in bar zahlen. So stellen Sie sicher, dass es der Kellner erhält. Möchten Sie einer Servicekraft im Hotel Trinkgeld geben, legen Sie es am besten auf das Kopfkissen. So können Servicekräfte sicher sein, dass das Geld für sie bestimmt ist und nicht nur vom Gast vergessen wurde.  

Trinkgeld in Europa und der Türkei

Wenn Sie in Urlaubsländern wie Spanien, Frankreich oder Griechenland sind, können Sie das Trinkgeld – 10 bis 15 Prozent der Rechnungssumme – für den Kellner auf dem Tisch liegenlassen. In der italienischen Gastronomie ist das Entrichten eines Obolus eher unüblich. Denn häufig beinhaltet die Rechnung ohnehin eine Art Servicepauschale für Gedeck und Brot. In Bars hingegen finden Sie schonmal eine kleine Schale oder ein Sparschwein für Trinkgeld. In vielen Hotels gehört zudem ein Trinkgeld für das Zimmermädchen von einem Euro pro Tag zum guten Ton.
In der Türkei wird das Thema Trinkgeld ähnlich behandelt wie in vielen europäischen Ländern. Urlauber liegen hier mit 10 bis 15 Prozent für Servicekräfte richtig. Bei Taxifahrern können Sie den zu zahlenden Betrag aufrunden.

Trinkgeld in Skandinavien

In nordeuropäischen Urlaubsländern hat das Thema Trinkgeld keinen hohen Stellenwert. Wenn Sie aber zufrieden mit der erbrachten Leistung sind, können Sie den zu zahlenden Betrag einfach aufrunden. Im Hotel erhalten Portiers und Kofferträger eine kleine finanzielle Anerkennung. In Norwegen, Dänemark und Finnland sind in der Regel 5 Prozent Trinkgeld üblich. In Schweden ist es mittlerweile sehr verbreitet, ein Trinkgeld zu zahlen. Dieses liegt meist bei etwa 10 Prozent. Häufig können Sie es sogar direkt per Karte mitbezahlen. Hierfür lässt Sie die Servicekraft in manchen Restaurants oder Bars den gewünschten Betrag eingeben, bevor Sie Ihren PIN-Code eintippen.

Trinkgeld in den USA und Kanada

In Nordamerika sollte das Trinkgeld 15 bis 20 Prozent der Rechnungssumme betragen. Vor allem in den Vereinigten Staaten kommt dem "tip" eine hohe Bedeutung zu, da Servicekräfte wie Kellner oder Zimmermädchen dort häufig sehr niedrige Löhne erhalten. Im Hotel gelten ein Dollar pro Gepäckstück für den Kofferträger oder ein bis fünf Dollar pro Nacht für den Zimmerservice als angemessen. Möchten Sie sich für Letzteres erkenntlich zeigen, legen Sie eine kurze Notiz dazu, damit klar erkennbar ist, für wen das Geld bestimmt ist. Taxifahrer erhalten im Durchschnitt üblicherweise 15 Prozent Trinkgeld.

Trinkgeld in Australien und Neuseeland

In Australien und Neuseeland ist Trinkgeld weniger üblich als in anderen Ländern und wird daher nicht erwartet. Möchten Sie jedoch einen besonders guten Service belohnen, sind ungefähr 10 Prozent angemessen. Werden Sie mehrere Tage durch einen Reiseführer begleitet, können Sie auch in diesem Fall Trinkgeld geben. Hier sind 1 bis 2 Euro pro Tag und pro Person angemessen. In Neuseeland ist es mittlerweile auch üblich, bei einer Taxifahrt Trinkgeld zu geben. Hier reicht es, den Betrag aufzurunden. 

In diesen Ländern gilt Trinkgeld als Beleidigung

In Japan, China oder Thailand sind die Gepflogenheiten etwas anders. Dort gehört es nicht zum Knigge, Trinkgeld zu verteilen. Viele empfinden es sogar als Beleidigung. Denn guter Service wird als selbstverständlich angesehen. In Touristenzentren oder größeren Hotels können Sie dem Servicepersonal aber grundsätzlich ein kleines Trinkgeld geben.

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