Lohnsteuerjahresausgleich: Das ist zu beachten

Wann Sie die Lohnabrechnung am Ende des Kalenderjahres korrigieren müssen

2. Oktober 2019

Sie als Arbeitgeber behalten bei jeder Lohn- und Gehaltszahlung die Lohnsteuer ein und führen diese ans Finanzamt ab. Um jene Mitarbeiter finanziell zu entlasten, die im Laufe des Jahres zu viel Steuern gezahlt haben, können Sie am Jahresende einen Lohnsteuerjahresausgleich durchführen.

Erstattung durch den Arbeitgeber

Früher verwendeten Privatpersonen den Begriff Lohnsteuerjahresausgleich für ihre freiwillig beim Finanzamt eingereichte Einkommensteuererklärung. Heute jedoch bezeichnet der Ausdruck ausschließlich die meist zusammen mit der Lohn- oder Gehaltsabrechnung im Dezember durchgeführte Korrektur des Lohnsteuerabzugs durch den Arbeitgeber. Dadurch erstattet Letzterer seinen Mitarbeitern die zu viel bezahlten Steuerbeträge, bevor er die Lohnsteuerbescheinigungen erstellt. Der Lohnsteuerjahresausgleich hat also nichts mit der Steuererklärung der Arbeitnehmer zu tun.

Korrigierte Abrechnungen nach Ablauf des Kalenderjahres

Die Lohnsteuer gehört zur Einkommensteuer und fällt bei Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit an. Zieht der Arbeitgeber im Laufe des Kalenderjahres zu viel Lohnsteuer ab, kann er sie dem Arbeitnehmer nach Ablauf des Jahres erstatten. Allerdings ist das nur möglich, bevor der Arbeitgeber die elektronische Jahressteuerbescheinigung an das Finanzamt übermittelt. Danach darf er keinen Lohnsteuerjahresausgleich mehr durchführen.

Wieso ist in manchen Fällen der Steuerabzug zu hoch?

Mitarbeiter, deren Einkommenshöhe zum Beispiel aufgrund von Gehaltserhöhungen, Urlaubs- oder Weihnachtsgeld schwankt, rutschen in den betreffenden Monaten oft in der Steuerprogression nach oben, sodass sie höhere Abgaben zahlen müssen. Für die Berechnung der Jahreslohnsteuer gilt aber das Jahreseinkommen. Darin lassen sich monatliche Einkommensspitzen auf andere Monate umlegen. Somit kann die errechnete Jahressteuerschuld niedriger ausfallen als die Summe der bereits ans Finanzamt gezahlten monatlichen Steuerabzüge. Die Differenz muss der Arbeitgeber unter Umständen erstatten.

Ab zehn Arbeitnehmern ist der Lohnsteuerjahresausgleich Pflicht

Der Arbeitgeber verantwortet die einwandfreie Abführung der Lohnsteuer an den Fiskus. Wenn Sie am 31. Dezember eines Jahres mindestens zehn Mitarbeiter beschäftigen, müssen Sie am Jahresende die von Ihnen abgeführte Lohnsteuer prüfen, sie gegebenenfalls bis spätestens Februar des Folgejahres korrigieren und Ihren Mitarbeitern zu viel gezahlte Beträge erstatten.

Wann der Jahresausgleich nicht erfolgen darf

Beachten Sie bitte, dass Sie in einigen Fällen keinen Lohnsteuerjahresausgleich vornehmen dürfen. Beispielsweise bei:

  • Mitarbeitern, die keinen Lohnsteuerjahresausgleich wünschen,
  • Mitarbeitern, die individuelle Freibeträge eingetragen haben, bei denen bestimmte Steuerklassen oder das Faktorverfahren zur Anwendung kommen und die daher verpflichtet sind, selbst eine Einkommensteuererklärung abzugeben,
  • Mitarbeitern, die Sie nicht ganzjährig beschäftigen, auch Saison- oder Kurzarbeiter,
  • Steuerausländern, die mehr als die Hälfte des Jahres im Ausland wohnen,
  • Zahlung von Schlechtwetter-, Winterausfall- oder Mutterschaftsgeld.
 
 

Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung durch einen Steuerberater, Steuerbevollmächtigten, Rechtsanwalt (insbesondere Fachanwalt für Steuerrecht), Wirtschaftsprüfer oder Lohnsteuerhilfeverein nicht ersetzen.

Besuchen Sie Ihre Volksbank Raiffeisenbank vor Ort.

Finden Sie Ihre Filiale