Finderlohn

Das sollten Sie dazu wissen

13. Oktober 2020

Ob Geldbörse, Handtasche oder Handy: Dürfen Sie fremdes Eigentum, das Sie finden, behalten oder haben Sie die Pflicht, es abzugeben? Und können Sie für Ihre Mühe als ehrlicher Finder einen Finderlohn vom rechtmäßigen Besitzer verlangen? Antworten auf diese Fragen erhalten Sie hier.

Der ehrliche Finder

Jeder kann mal etwas verlieren und freut sich dann, wenn er es zurückbekommt. Gerade in der Brieftasche befinden sich neben Geld auch Kreditkarten und wichtige Ausweisdokumente, die sich nicht so schnell ersetzen lassen. Der rechtmäßige Besitzer wird es Ihnen also danken, wenn Sie ihm seine Geldbörse zurückgeben. So ersparen Sie ihm Sorgen, Geld und Arbeit. Gegebenenfalls kann der Besitzer so darauf verzichten, seine Karten sperren zu lassen oder neue Dokumente beantragen zu müssen.

Zudem haben Sie laut Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB) eine Anzeigepflicht. Sie müssen einen gefundenen Gegenstand oder Geld ab einem Wert von zehn Euro bei der zuständigen Behörde melden und abgeben. Andernfalls machen Sie sich der Unterschlagung strafbar.

Das sollten Sie nach dem Fund tun

Wenn Sie den Eigentümer kennen, der zum Beispiel sein Handy oder sein Portemonnaie verloren hat, können Sie ihm die Fundsache einfach persönlich zurückgeben. Andernfalls müssen Sie den Fund zur Verwahrung bei der zuständigen Behörde – Polizei oder Fundbüro – abgeben. Um Finderlohn beanspruchen zu können, ist es wichtig, dass der Finder dort seinen Namen sowie seine Adresse hinterlässt.

Finderlohn: Anspruch und Höhe

Für die Rückgabe einer Fundsache haben Sie Anspruch auf eine Belohnung. Ihnen steht ein Finderlohn in einer bestimmten Höhe vom Empfangsberechtigten – also dem Eigentümer des Fundstücks – zu. Bei Gegenständen mit einem Wert von bis zu 500 Euro erhalten Finder einen Finderlohn in Höhe von fünf Prozent. Wenn der Sachwert oder Geldwert die 500 Euro übersteigen, beträgt der Finderlohn für den Betrag, der über den 500 Euro liegt, drei Prozent. Aus Dankbarkeit kann der Eigentümer aber natürlich auch mehr Finderlohn zahlen, als gesetzlich vorgeschrieben. Hat die Fundsache allerdings nur einen ideellen Wert, legt er die Belohnung nach sogenanntem "billigen Ermessen" fest. Er kann die Höhe der Zahlung also nach eigenem Ermessen wählen.

Wenn Fundsachen nicht abgeholt werden

Fundstücke müssen laut Gesetz sechs Monate lang aufbewahrt werden. Es kann aber sein, dass der rechtmäßige Besitzer nicht ausfindig gemacht werden kann. Sollte sich der Eigentümer bis zum Ablauf dieser Frist nicht bei der zuständigen Polizei oder beim Fundbüro melden, gehört die Fundsache dem Finder.

Finderlohn bei herrenlosen Tieren

Wenn Sie zum Beispiel einen herrenlosen Hund finden, sind Sie dazu verpflichtet, das Tier an seinen Besitzer zurückzugeben. Wenn sich der Halter nicht ermitteln lässt, sollten Sie den Hund zur zuständigen Gemeinde oder in das städtische Tierheim bringen. Auch bei Tieren haben Sie Anspruch auf eine Belohnung: Hier beträgt die Höhe des Finderlohns drei Prozent des Wertes.

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Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung durch einen Rechtsanwalt oder die zuständigen Behörden nicht ersetzen.