Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge: Was ist das?

Durch Einrichtung von Freistellungsaufträgen Abgaben sparen

Wenn Sie Ihr Geld für sich arbeiten lassen, müssen Sie auf Kapitaleinkünfte eine Abgeltungssteuer von 25 Prozent zahlen. Ihre Bank führt den fälligen Betrag ebenso automatisch an das Finanzamt ab wie den Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer. Es sei denn, Sie haben einen Freistellungsauftrag erteilt.

So funktioniert die Abgeltungssteuer

In Ihrer Steuererklärung müssen Sie nicht Ihre einzelnen Kapitalerträge angeben. Denn dank des automatisch erhobenen, einheitlichen Steuersatzes von 25 Prozent ist Ihre Steuerschuld bereits abgegolten – daher der Begriff Abgeltungssteuer. Diese Kapitalertragssteuer gehört wie die Lohnsteuer zu den sogenannten Quellensteuern. Das heißt, dass die Besteuerung der betreffenden Erträge direkt an der Quelle erfolgt und die fälligen Zahlungen dem Staat automatisch übermittelt werden. In der Praxis bedeutet das, dass Ihre Bank von Ihren Erträgen die Abgeltungssteuer einbehält und ans Finanzamt weiterleitet, so wie auch Ihr Arbeitgeber vom Lohn die Lohnsteuer abführt. Sind Sie Kunde bei ausländischen Banken, müssen Sie Ihre Zinserträge allerdings in Ihrer Einkommensteuererklärung angeben.

Niedrigere Abgeltungssteuer bei Lebensversicherungen

Bei bestimmten Lebensversicherungen müssen Sie nur die Hälfte des regulären Abgeltungssteuersatzes zahlen. Das ist der Fall bei Verträgen, die Sie nach dem Jahr 2005 abgeschlossen haben und deren Mindestlaufzeit zwölf Jahre beträgt. Sind Sie mindestens 60 Jahre alt, wenn Sie sich Ihre Lebensversicherung auszahlen lassen, müssen Sie nur 12,5 Prozent des Ertrags versteuern. Bei Verträgen, die Sie nach dem Jahr 2012 abgeschlossen haben, können Sie denselben Prozentsatz nur dann in Anspruch nehmen, wenn Sie bei Auszahlung mindestens 62 Jahre alt sind. Allerdings müssen Sie diese Art der Steuererleichterung selbst in Ihrer Einkommensteuererklärung geltend machen.

Freistellungsauftrag unbedingt erteilen

Ein Freistellungsauftrag führt dazu, dass Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden, Kursgewinne, Bankeinlagen, Aktien, Anleihen, Fonds und Zertifikate bis zum Sparerpauschbetrag von 801 Euro für Ledige bzw. 1.602 Euro für Verheiratete steuerfrei bleiben. Den Freistellungsauftrag stellen Sie bei Ihrer Bank. Alternativ können Sie ihn jederzeit bequem im Online-Banking oder per Banking-App selbst einrichten. Wenn Sie Depots bei mehreren Banken unterhalten, sollten Sie den Sparerpauschbetrag aufteilen. In diesem Fall müssen Sie bei jeder Bank einen entsprechenden Freistellungsauftrag einreichen. Dabei darf die Gesamtsumme Ihrer Aufträge den kompletten Freibetrag natürlich nicht überschreiten.

Abzug der Kirchensteuer

Sofern Sie einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft angehören, unterliegen Ihre Kapitaleinkünfte nicht nur der Kapitalertragssteuer, sondern auch der Kirchensteuer. Das Bundeszentralamt für Steuern informiert seit 2015 die Banken über die Religionszugehörigkeit ihrer Kunden. Seitdem führen die Banken die Kirchensteuer direkt an die Finanzverwaltung ab. Ihr Freistellungsauftrag deckt auch die Kirchensteuer ab.

Alte Aktiengewinne sind nicht steuerpflichtig

Die Abgeltungssteuer wurde am 1. Januar 2009 eingeführt. Wenn Sie bis Ende 2008 Aktien gekauft haben, können Sie diese also steuerfrei verkaufen. Dabei spielt die Haltedauer keine Rolle. Auf Investmentfonds fällt allerdings die Abgeltungssteuer an – egal, ob Sie die Erträge nur ausschütten lassen oder sie wieder anlegen wollen.

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Prüfen Sie die Höhe Ihrer Kapitalerträge und stellen Sie einen Freistellungsauftrag, um sich die Abgeltungssteuer zu sparen.

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