Düsseldorfer Tabelle

Infos zu Unterhalt und Selbstbehalt

Nach einer Trennung stellt sich häufig die Frage nach dem Kindesunterhalt. Wie viel Unterhalt ein Elternteil zahlen muss, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Mithilfe der Düsseldorfer Tabelle lässt sich der voraussichtliche monatliche Unterhaltsbedarf Ihres Kindes unverbindlich und schnell ermitteln.

Was ist die Düsseldorfer Tabelle?

Das Oberlandesgericht Düsseldorf veröffentlicht regelmäßig eine tabellarische Übersicht mit aktuellen Zahlen zum Unterhaltsbedarf eines Kindes. Zwar hat die Tabelle keine Gesetzeskraft, doch dient sie vielen Gerichten bei der Unterhaltsberechnung als Richtlinie. Die Düsseldorfer Tabelle bildet vier Altersgruppen und zehn Einkommensstufen ab, die nach dem Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen angeordnet sind. Die erste Einkommensstufe bzw. Zeile der Tabelle stellt als Ausgangspunkt der Berechnung den Mindestunterhalt dar. Der für jede Einkommensstufe vorgeschriebene Prozentsatz drückt die Steigerung des Richtsatzes gegenüber dem Mindestunterhalt aus. Multiplizieren Sie den Mindestunterhalt der jeweiligen Altersstufe mit dem angegebenen Prozentsatz der Einkommensgruppe und dividieren diesen durch einhundert, erhalten Sie als Ergebnis die Betragshöhe des Unterhalts.

Unser Tipp: Diskussionen über den Kindesunterhalt können schnell zu einem Rechtsstreit führen. Sichern Sie sich daher frühzeitig vor den Kosten einer rechtlichen Auseinandersetzung ab, indem Sie eine Rechtsschutzversicherung abschließen.

Düsseldorfer Tabelle
  Nettoeinkommen des Barunterhaltspflichtigen in EUR

Altersstufen in Jahren

(§1612 a Abs. 1 BGB)

Prozentsatz Bedarfskontrollbetrag
0-5 6-11 12-17 ab 18
1. bis 1.900 354 406 476 527 100 880/1.080
2. 1.901 - 2.300 372 427 500 554 105 1.300
3. 2.301 - 2.700 390 447 524 580 110 1.400
4. 2.701 - 3.100 408 467 548 607 115 1.500
5. 3.101 - 3.500 425 488 572 633 120 1.600
6. 3.501 - 3.900 454 520 610 675 128 1.700
7. 3.901 - 4.300
482
553 648 717 136 1.800
8. 4.301 - 4.700 510 585 686 759 144 1.900
9. 4.701 - 5.100
539 618 724 802 152 2.000
10. 5.101 - 5.500
567 650 762 844 160 2.100
             ab. 5.501 nach den Umständen des Falles
Quelle: Oberlandesgericht Düsseldorf, Stand 2019

Unterschied zwischen Selbstbehalt und Bedarfskontrollbetrag

Der Selbstbehalt sorgt bei der Berechnung des Unterhalts dafür, dass dem Unterhaltspflichtigen genug Geld für seinen eigenen Lebensunterhalt bleibt. Er sichert somit das Existenzminimum ab. Der Bedarfskontrollbetrag gewährleistet eine ausgewogene Einkommensverteilung zwischen dem Unterhaltspflichtigen und dem Unterhaltsberechtigten. Das bedeutet, dass das Kind nach Erhalt des Unterhalts finanziell nicht besser dastehen darf als der zahlende Elternteil. Ist nach Abzug des Unterhalts das Einkommen des Unterhaltspflichtigen geringer als der Bedarfskontrollbedarf, rutscht er in der Tabelle in eine niedrigere Einkommensstufe.

Kindergeld

Wer eine Familie mit Kindern gründet, hat Anspruch auf Kindergeld. Lebt Ihr Kind nach der Trennung vorwiegend bei Ihnen im Haushalt, erhalten Sie im Normalfall den gesamten Betrag. Da das Kindergeld grundsätzlich aber beiden Elternteilen zusteht, kann der unterhaltspflichtige Teil die Hälfte des Betrags von seinen Unterhaltszahlungen abziehen. Das trifft jedoch nur zu, wenn ihr Kind minderjährig ist. Bei volljährigen Kindern ist das Kindergeld in voller Höhe auf den Unterhaltsbedarf in der Düsseldorfer Tabelle anzurechnen.

Unterhaltsanspruch volljähriger Kinder

Mit Eintritt der Volljährigkeit sind beide Elternteile prinzipiell dazu verpflichtet, den Unterhalt als Barunterhalt zu erbringen. Ihrem Kind steht in der Regel ein fester Bedarfssatz zu, der in der Düsseldorfer Tabelle festgehalten ist. Die Unterhaltspflicht besteht jedoch nur über das 18. Lebensjahr hinaus, wenn das Kind studiert oder sich in einer Ausbildung befindet. Eltern müssen daher grundsätzlich bis zum berufsqualifizierenden Abschluss ihres Kindes zahlen. Die Unterhaltsregelungen unterliegen jedoch mehreren Einschränkungen. Wer sich über die genauen Gegebenheiten informieren möchte, sollte sich dahingehend beraten lassen.

Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung durch einen Rechtsanwalt, Ihren Versicherer oder einen Berater bei Ihrer Bank nicht ersetzen.

Informieren Sie sich über die Leistungen einer Rechtsschutzversicherung.

Mit der Rechtsschutzversicherung schützen Sie sich vor der finanziellen Belastung eines Rechtsstreits.