Ausbildung abbrechen: Was Azubis bedenken sollten

Wenn die Ausbildung nicht zu Ihnen passt

2. Oktober 2018

Auch nach reiflicher Überlegung im Vorfeld kann sich die Ausbildungswahl als falsch herausstellen. Wenn Sie Ihre Ausbildung abbrechen, ist das kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Mit der richtigen Herangehensweise kann eine vermeintliche Niederlage zum Erfolg werden.

Probleme erkennen

Es ist nicht immer leicht, sich eine falsche Entscheidung einzugestehen. Viele empfinden es als Niederlage, eine Ausbildung abzubrechen. Dabei ist es wichtiger, die Probleme zu erkennen und zu analysieren. Ist der eingeschlagene Berufsweg nicht der richtige? Kommen Sie mit den Kollegen und dem Chef nicht zurecht? Macht Ihnen der Arbeitsalltag zu schaffen? Bei Letzterem ist ein Ausbildungsabbruch selten die Lösung. Nach der Schule fällt es Azubis nicht immer leicht, einen Achtstundentag durchzuhalten oder sich mit den neuen Aufgaben vertraut zu machen. Geben Sie sich die nötige Zeit, um sich an die neue Situation zu gewöhnen.

Möglichkeiten abwägen

Reden Sie mit Ihren Eltern und Freunden über Ihre Sorgen. Oftmals bewerten Außenstehende Probleme rationaler und haben Lösungen parat, auf die Sie alleine nicht gekommen wären. Auch eine professionelle Beratung beim Arbeitsamt kann helfen. Wenn Sie Probleme mit der Berufsschule oder fachliche Schwierigkeiten haben, können erfahrene Kollegen oder Nachhilfeunterricht eine Lösung sein. Wenn das Klima im Ausbildungsbetrieb nicht passt, dann suchen Sie das Gespräch mit den Kollegen oder Ihrem Chef. So lösen sich manche Probleme von alleine. Bei unüberwindbaren Differenzen sollten Sie sich jedoch einen neuen Ausbildungsbetrieb suchen, in dem Sie Ihre Lehre fortführen.

Kündigung als letzter Ausweg

Ist die Entscheidung für einen Ausbildungsabbruch getroffen, haben Sie verschiedene Möglichkeiten: Bei der falschen Berufswahl oder anderen unüberwindbaren Gründen können Sie kündigen oder eine Aufhebung des Vertrags aushandeln. In der Probezeit ist eine Kündigung schnell abgehandelt. Liegt ein wichtiger Grund vor, der es unmöglich macht, die Ausbildung fortzuführen, ist außerhalb der Probezeit eine fristlose Kündigung möglich. Ansonsten gilt die ordentliche Kündigungsfrist von vier Wochen. Bei einer Vertragsaufhebung vereinbaren Sie mit Ihrem Ausbildungsbetrieb ein individuelles Ende. Wichtig ist: Bestehen Sie auf Ihren Resturlaub, ein qualifiziertes Arbeitszeugnis und den Ausgleich eventueller Überstunden.

Neue Pfade beschreiten

Ein Abbruch der Ausbildung muss sich nicht negativ auf Ihre Karrierechancen auswirken. Wenn die Berufswahl eine falsche war, erhalten Sie mit Praktika Einblicke in neue Arbeitsfelder. Soziales Engagement bietet gleichzeitig eine sinnvolle Beschäftigung und die Zeit, verschiedene Möglichkeiten abzuwägen. Sie können anschließend eine neue Ausbildung machen, weiter zur Schule gehen oder anfangen zu studieren.

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