Ausbildungsplatz in unbekanntem Beruf

Ein Großteil der Schulabgänger bewirbt sich um ähnliche Lehrstellen

16. April 2015

Die Wahl eines bestimmten Berufs hängt oft von Gehaltsvorstellungen, Aufstiegsmöglichkeiten und auch Trends ab. Die guten Chancen, einen Ausbildungsplatz in einem unbekannten Beruf zu finden, sind nicht immer ausschlaggebend für die Wünsche junger Leute.

Ansturm auf Büroberufe

Kaufmann/frau für Büromanagement war 2014 der meistgewählte Ausbildungsberuf. Von den insgesamt gut 522.000 Ausbildungsverträgen entfielen 29.100 auf den Spitzenreiter. Daneben waren bei jungen Frauen Verkäuferin, Kauffrau im Einzelhandel, Medizinische Fachangestellte sowie Industriekauffrau am beliebtesten. Bei den jungen Männern rangierten Kfz-Mechatroniker, Industriemechaniker, Kaufmann im Einzelhandel und Elektroniker auf den oberen Positionen.

37.000 Lehrstellen blieben 2014 deutschlandweit unbesetzt

Viele junge Leute kennen nur einen Bruchteil der ca. 130 Ausbildungsberufe und wissen daher nicht, dass es eine gute Auswahl an freien Lehrstellen in unbekannteren Branchen gibt. Insgesamt wurden 2014 mehr als ein Drittel aller Ausbildungsverträge in lediglich zehn Ausbildungsberufen abgeschlossen. Vor allem das Handwerk und das Gastgewerbe leiden unter Personalmangel. Diese Branchen sind oft bereit, Schulabgänger mit unterdurchschnittlichen Noten einzustellen, wenn denn ausreichender Enthusiasmus erkennbar ist.

Lösungen bei der Fachkräftesicherung

Praktika sind der Königsweg, damit der Betrieb die Ausbildungsfähigkeit junger Menschen realistisch einschätzen kann. Außerdem informieren die Kreishandwerkerschaften verstärkt Schüler jüngerer Jahrgänge über Karrieremöglichkeiten in Handwerksberufen. Ein recht neuer Ansatz: Nicht nur das Handwerk, sondern auch Hotellerie und Gastronomie suchen den Schulterschluss mit Arbeitsagentur und Ausländeramt, um verstärkt junge Flüchtlinge auszubilden. Diese sind meist hochmotiviert und dankbar für eine dauerhafte Zukunftsperspektive.

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